Von Selbstvertrauen und Selbstüberschätzung

Wer ein Unternehmen gründen oder führen will, braucht Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ! und zwar möglichst viel davon !

Das Vertrauen in sich selbst, zum richtigen Moment das Richtige zu tun und die richtige Entscheidung zu treffen, und den Mut, einen Fehler einzugestehen, wenn die vermeintliche richtige Entscheidung dann doch nicht die Richtige war.

Die Steigerung von „Selbstvertrauen“ bedeutet bei mir „Selbstüberschätzung“: Die Überzeugung nicht nur alles zu können, sondern auch alles besser zu können als alle anderen, und die Überzeugung auf jegliche fremde Hilfe verzichten zu können.

Leider habe ich dieses Phänomen bisher schon häufig beobachtet, oft bei jungen Unternehmern und Managern. Wenn das erlernte Wissen mehr zählt als die Erfahrung eines „alten Hasen“ oder eines Beraters,

  • der eine Situation vielleicht schon etliche Male in gleicher oder ähnlicher Form erlebt hat
  • und genau weiß, was zu tun oder was zu vermeiden ist,
  • oder ein „Bauchgefühl“ hat, das ihm sagt „lass es“ oder „tu es“, ohne das näher erklären zu können.

Eine Selbstüberschätzung, die weit über das gesunde Selbstbewusstsein hinweg geht und am Ende den Unternehmer selbst und die Wirtschaft sehr viel Geld kostet.

Aber muss man jeden Fettnapf, den irgendjemand vorher schon einmal mitgenommen hat, unbedingt selbst auch noch mitnehmen, nur um sich selbst und seinem Umfeld beweisen zu können …..?

Und die wichtigste Frage: Gibt es ein Gegenmittel ?

Oder muss einfach jeder selbst entscheiden, wie viel Erfahrung er/sie gerne annehmen möchte, und wie viel er/sie gerne selbst sammeln möchte? Auf die Gefahr hin, damit vielleicht Geld und Zeit zu verlieren?

Ich freue mich auf Ihr / Euer Feedback zu diesem Thema

Viele Grüße

Hubert Baumann

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Veröffentlicht von

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Unternehmensentwicklung / Business Development - Autor (Buch, Print, Online) - Systemische Beratung / Coaching - Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das eine gewisse Erfahrung sowohl im beruflichen als auch im Leben wichtig ist kann ich nur unterstreichen. Sicherlich ist Wissen immer mehr und leichter verfügbar dank der neuen Medien. Es erfordert dennoch Zeit und auch eigene Erfahrungen damit man vorwärts kommt.
    Allerdings stelle ich eben auch öfter mal fest das Menschen – insbesondere Berater – wenn Sie mehr als 10 Jahre nur in einem Segment tätig waren träge werden.
    Oftmals fehlt der Denkprozess – stattdessen wird sich erinnert was funktioniert hat und das wiederholt.
    Für Veränderungen, neue Geschäftskonzepte – die Verknüpfung mit den zahlreichen Werkzeugen die vor allem in Verbindung mit Onlinewerkzeugen stehen reicht das eben nicht. Einfach auch deshalb nicht, weil es soviel neues gibt das weder der Junge noch der Ältere bisher kannten.
    Menschen die geistig beweglich sind und erfahren genug das ihnen klar ist das Sie nicht alles Wissen können und brauchen sind gefragt.

    Business Development – ist dafür ja eine Paradedisziplin

    PS: Zum Thema Bauchentscheidung gibt es ein sehr lesenswertes Buch von Gerd Gigerenzer – das erklärt wissenschaftlich und humorvoll warum Bauchentscheidung oftmals die besseren Entscheidungen sind.

    Gruss Klaus Schaumberger

    • Guten Morgen Herr Schaumberger,

      vielen Dank für den sehr guten Kommentar zu meinem Beitrag. Ich denke auch, dass Flexbilität und der berühmte „Blick über den Tellerrand“ eine wichtige Voraussetzung für vieles (sowohl im Berufsleben als auch privat) sind. Sobald eine gewisse Routine einkehrt und der Job nur noch nach „Schema F“ abgewickelt wird, geht diese Flexbilität verloren. Ich denke, das betrifft gleichermaßen alle, und natürlich auch Berater.

      Wir arbeiten heute mit Werkzeugen, von denen wir vor 10 Jahren noch nichts ahnten. Auch das Kundenverhalten hat sich verändert. Erfolgreiche Unternehmen sind diejenigen, die sich vom Standard abheben und auf die neuen Gegebenheiten eingehen. Sich dabei von anderen helfen zu lassen, die in einem bestimmten Umfeld vielleicht schon mehr Erfahrung gesammelt haben, sehe ich dabei nicht als Schande, sondern ganz im Gegenteil als Größe an.

      Vielen Dank für den Tipp mit dem Buch über die Bauchentscheidungen. 🙂

      Hubert Baumann

  2. Junge Ingenieure / Berufseinsteiger müssen oft Angst haben ausgelacht zu werden, wenn sie z. B. neue Begrifflichkeiten oder Unbekanntes zu hinterfragen. Ich hatte es gewagt und von einer ganzen Hand voll am Tisch sitzenden Abteilungsleitern milde belächelt worden. Glücklicherweise hat der Werkleiter – als Ranghöchster – sofort interveniert und mich im Nachfragen bestärkt. Es gebe keine dummen Fragen. Auf seine Nachfrage bei den Anderen, was vorhin gemeint war, wurde es immer stiller. Also haben es andere auch nicht gewußt… Und hieraus habe ich bis heute Selbstvertrauen gezogen, als starke Person ruhig auch bei Schwächen Leute, die es besser und routinierter können um Rat zu fragen. Lernen ist ja immer wechselseitig.

    In Managementbüchern wird darüber hinaus die Auffassung vermittelt, daß aufrund von dynamischen und komplexen Weltmärkten, und der daraus entstehenden Zeitschere, Erfahrung relativiert gesehen werden kann. Vielmehr spiele das richtige Handwerkszeug, das erlernbar ist, eine wesentliche Rolle. Meiner Meinung nach festigen sich diese Handwerkstechniken erst im Laufe der Jahre. Und auch die Entscheidungsfreudigkeit eines Menschen entwickelt sich mit seinen Fähigkeiten, die in der Regel mit dem Alter zunehmen. Erfahrung macht auf dieser Basis in stürmischer See einen besseren Bootsmann!

    Beste Grüße
    Andrea Oschewski

  3. Meine Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit:
    Ja, einige der Erfahrungen der ‚Alten‘ sind manchmal stereotyp und überholt. Dennoch: In den meisten Fällen wäre profunde Erfahrung erfolgsentscheidend. Leider ist es dann aber doch so, dass die Entscheider sehr daran interessiert sind ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Das kostet die öffentliche Hand zwar viel, aber niemand scheint es zu bemerken.

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