König sticht Bube – und Urheberrecht sticht Copy&Paste – auch im Internet

Das Internet scheint nach wie vor für viele als rechtsfreier Raum zu gelten. Bilder von anderen Seiten werden auf die eigene Seite gepackt, Inhalte werden ungefragt kopiert, Videos und Songs heruntergeladen und großzügig weiterverteilt.

Es wird kopiert, was das Zeug hält.

Begründet wird dies in vielen Fällen damit, dass die Informationen ja im Internet frei zugänglich sind. Und schließlich zahlt man ja auch jeden Monat seine 30 EUR Nutzungsgebühr für den Internetanschluss. Und die beinhaltet natürlich das beliebige Kopieren und Vervielfältigen von allen Inhalten, denen man über den Weg läuft – so der feste Glaube.

Unrechtsbewusstsein? Nein. Von Unrechtsbewusstsein ist da keine Spur.

Schon seit längerer Zeit beobachte ich, dass hin und wieder Bilder von mir auf anderen Seiten zu finden sind. Ich habe dieses Problem insofern gelöst, dass die meisten meiner Bilder zwischenzeitlich einen Copyright-Hinweis sowie einen Hinweis auf meine Webseite tragen. Kopiert jemand, macht er auf diese Weise zumindest Werbung für mich und es ist klar ersichtlich, dass es sich um meine Bilder handelt. Beschrieben in meinem Artikel „Kopieren erlaubt“.

Und nun meine Geschichte – es ist einfach uuuunglaublich:

Vor einiger Zeit entdecke ich auf einer anderen Webseite mehrere meiner Fachartikel. Die Artikel wurden dort einfach in ihrer Gesamtheit kopiert. – Nicht auszugsweise, sondern einfach der komplette Beitrag, inklusive der Überschriften. Der Pseudo-Autor hat sich nicht einmal die Mühe gemacht meine Schreib- und Kommafehler zu korrigieren.

Ich bin begeistert:

  • Meine Konzepte und Ideen sind so genial,
    dass andere sie übernehmen
    und auf ihrer Webseite veröffentlichen.

Ich bin entsetzt:

  • Da schmückt sich doch jemand mit fremden Federn.
    Und dann noch mit den meinen !

Auf einem der Texte ist zumindest noch ein Hinweis auf meinen Namen zu finden.

Aber dennoch gilt der Grundsatz:

  • „Ein Diebstahl wird nicht dadurch legitimiert,
    indem man das Diebesgut mit dem Namen des Bestohlenen beschriftet.“

Was kann man tun?

Nach erfolgter Beweissicherung habe ich den Copy&Paste-Autor per E-Mail aufgefordert, die Texte bis zu einem bestimmten Termin von seiner Seite zu entfernen. Die Texte sind dort zwischenzeitlich auch weitgehend verschwunden. Weitgehend. Bis auf einen Text, der nach wie vor online ist.

Sollte mein Eigentum dort weiterhin veröffentlicht bleiben, wird es voraussichtlich zu einer Abmahnung und im Bedarfsfall zu einer Urheberrechtsklage kommen. Übrigens die erste in meinem Leben – die hoffentlich auch die einzigste bleibt.

Denn: Man wird es nicht glauben, aber ich habe hin und wieder Besseres zu tun als mich mit solchem Kram zu beschäftigen. :-).

Mein Tipp:

Besser auf der eigenen Seite mit einem eigenen (!!!) Kommentar auf den Originaltext verlinken. Verlinkungen fördern zudem das Ranking bei Google und man muss sich nicht mit fremden Federn schmücken. Wer sich nicht sicher ist, ob er verlinken oder kopieren darf: Einfach den Autor oder Webseitenbetreiber fragen. Gegenseitige Verlinkungen und Hinweise – wenn diese sorgfältig miteinander abgestimmt sind – fördern meist die Popularität beider Seiten.

Sehr gut kommt auch immer ein Hinweis „Die Veröffentlichung erfolgte mit freundlicher Genehmigung von …. „. Damit wissen die Leser Bescheid und ein falscher Verdacht kommt erst gar nicht auf.

Abschreiben dagegen wurde schon in der Schule mit einer „6“ oder einem Verweis bestraft. Wollen Sie sich diesen Imageschaden leisten? 

 

Und außerdem:

Kopieren können mich viele.

Aber Kopien sind immer
schlechter als das Original.

Und das Original –
das gibt es nur hier:

bei mir !

 

Hinweis: Dieser Artikel ist natürlich – wie immer – frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder Unternehmen wären rein zufällig. Sie wissen schon. Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung im juristischen Sinne dar.

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Veröffentlicht von

//hubertbaumann.com/

Unternehmensentwicklung / Business Development – Autor (Buch, Print, Online) – Systemische Beratung / Coaching – Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Hubert,
    sei bloß vorsichtig falls Du zum Anwalt gehst. Die setzen gerne einen überhöhten Streitwert fest, bei dem Du im Zweifelsfall auch noch drauflegst. So passiert mit bei uns von der Seite „geklauten“ Artikelbildern.
    Bevor Du was machst kannst Du Dich gerne mal melden,
    Gruss
    Klaus

  2. Hallo Hubert,

    spannende Geschichte. Das ist wie mit den Webinaren, Wissen ist kostenlos und Können muss man bezahlen;-)
    Vermutlich hat der Dieb gar kein schlechtes Gewissen, sonder sieht einfach sein Content Problem als gelöst;-9

    Beste Grüsse und einen schönen Tag

    Marcus

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