Warum ich mir über den Datenschutz bei Facebook keine Gedanken mache!

In den letzten Tagen kursieren wieder Informationen über neue Datenschutzbestimmungen bei Facebook. Sogar eine Mail von Facebook selbst, die auf die neuen Bestimmungen hinweist, hatte ich im E-Mail-Briefkasten. Gleichzeitig heizt sich auch (wieder einmal) die Stimmung gegen Facebook und dessen Datenschutzrichtlinien auf.

Im Grunde ist die Faustregel doch ganz einfach:

Alles, was ich in Facebook rumklicke, reinschreibe, in den Profileinstellungen freigebe, ist öffentlich und kann in irgendeiner Form weiterverwendet werden. Punkt!

  • Wenn ich reinschreibe, dass ich ab morgen für 4 Wochen in Urlaub bin, weiß Facebook, dass ich 4 Wochen in Urlaub bin. Und nicht nur Facebook, sondern auch viele andere Mitleser, die es vielleicht besser nicht wissen sollten.
  • Wenn ich mobil mit Facebook unterwegs bin und freigegeben habe, dass Facebook erkennen kann, wo ich mich gerade aufhalte, ist die logische Folgerung, dass Facebook dann weiß, wo ich mich gerade aufhalte und diese Information möglicherweise auch abspeichert. Wenn ich das nicht will, muss ich die Kommunikation von unterwegs eben abschalten – und nur bei Bedarf aktivieren.
  • Privatnachrichten, die ich in Facebook an jemanden schreibe, sind Privatnachrichten, die kein anderer Anwender sehen soll. Dennoch sind diese Informationen natürlich auf einen Server (bei Facebook) gespeichert. Logo. Und alles, was auf einem Server gespeichert ist, kann ausgewertet werden. Theoretisch und praktisch. Auch klar.
  • Das Gleiche gilt für die Kommunikation in geschlossenen Gruppen. Informationen, die für jedes Gruppenmitglied aufrufbar sein sollen, müssen gespeichert werden. Also sind sie auswertbar.
  • Jeder Kommentar, den ich schreibe, ist öffentlich. Aber im Grunde ist das bei einer Tageszeitung auch nicht anders. Ein Leserbrief, den ich abgeschickt habe, wird unter Umständen in der Zeitung veröffentlicht und gegen Geld an alle Zeitungsleser weiterverkauft. Aber das ist ja auch das Ziel meines Leserbriefes. Und sicherlich auch das Ziel des Facebook-Kommentars.


Dass Facebok mitverfolgen kann, auf welchen Seiten ich mich bewege, wenn diese Seiten mit Facebook verbunden sind, stört mich nicht wirklich. Wenn ich das bei bestimmten Dingen nicht will – z. B. wenn ich z. B. eine Banktransaktion mache, logge ich mich halt vorher zur Sicherheit aus. Auf meiner eigenen Webseite http://www.hubertbaumann.com arbeite ich mit dem sog. 2-Klick-System, das eine Verbindung zu Facebook und anderen sozialen Netzen erst herstellt, wenn der Besucher diesen Button bewusst anklickt.

Warum ich mir über den Datenschutz bei Facebook keine Gedanken mache?

Nun, zum einen überlege ich natürlich sehr genau, was ich in Facebook reinschreibe, wie ich es formuliere, wann ich es reinschreibe, was es bewirken könnte, was ich weiterteile etc.

Ich bin mittlerweile seit 4 oder 5 Jahren bei Facebook und habe mich im Oktober 2010 entschieden, mit einem durchdachten Social Media-Konzept auch mit einer eigenen Seite an den Start zu gehen. Meine Beiträge in meinem Blog http://www.hubertbaumann.com werden automatisch über meine Facebook-Seite an meine Fans publiziert. Also Informationen, oder nennen wir es Werbung im weitesten Sinne.

Wenn sich Facebook nun für meine Werbung interessiert und diese großzügig weiterverteilen will ….. Naja, ist doch klasse.

Kostenlose Werbung und Mundpropaganda. Wenn Facebook dabei noch Geld verdient, weil es meine Werbung auch noch an andere weiterverkauft. Na, umso besser.

In meinem persönlichen Profil wird man keine wirklichen persönlichen (sprich private) Informationen finden. Auch keine Partybilder.

Vielleicht sehe ich irgendetwas falsch. Vielleicht gibt es da noch irgendein Problem, das ich noch nicht erkannt habe. Vielleicht stehe ich auch allein auf weiter Flur mit meiner Meinung. Aber damit muss ich leben.

Also von meiner Seite gilt: Alles, was ihr auf meiner Seite findet, ob offene oder versteckte Informationen, darf gerne großzügig weiterverteilt werden. Bis auf Widerruf. 🙂 Auch von Facebook.

Meine Facebook-Seite finden Sie übrigens genau hier (über diesen Link). Sie freut sich auf jeden Besuch und jedes neue „Gefällt mir“.

 

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Hat Ihnen die Information weitergeholfen? Behalten Sie sie nicht für sich.

Veröffentlicht von

//hubertbaumann.com/

Unternehmensentwicklung / Business Development - Autor (Buch, Print, Online) - Systemische Beratung / Coaching - Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Facebook nutzen und dann über Datenschutz jammern? Also: logische Schlussfolgerung wäre daraus, dass die Nutzung kostenpflichtig sein müsste. Es ist aber fraglich, ob die Werbeumsätze von 5,48 Mrd. US-Dollar (Quelle: eMarketer; Facebook) von 152,10 Mio. Nutzern (Quelle: eMarketer) getragen werden wollen (rein rechnerisch 3,- US-Dollar pro Monat 😉 …

  2. Man sollte in einer kapitalistischen Gesellschaft die Macht der Werbung nicht unterschätzen. Über Konsum wird Politik gemacht, Arbeitsplätze verschoben und zur Not auch Wirtschaftskriege entfacht. Facebook als Werbeplatform nutzt persönliche Daten und ist damit mit im Räderwerk genauso wie der User selbst.

  3. Hallo Hubert,
    ich sehe das auch so wie du. Und ich habe mir schon öfters Gedanken darüber gemacht, welche Konsequenzen im negativen Sinn das Posten auf Facebook haben kann. Ich denke mir, dass ich nichts zu verbergen habe. Und WAS ich poste überlege ich mir vorher – mache aber keine Wissenschaft daraus.

    Das Einzige was mir einfällt wäre z.B. folgendes konstruiertes Beispiel: ich habe Herrn Müller als FB-Freund und wir kommunizieren über FB belangloses Zeug. In einigen Jahren – mit Herrn Müller habe ich keinen Kontakt mehr – ist Hr. Müller zu einem Terroristen mutiert. Die dann regierenden, gewalttätigen Machthaber analysieren die FB-Aufzeichnungen und erkennen, dass ich mit Hrn. Müller in Kontakt war. Daraufhin werde ich inhaftiert, gefoltert und und und…

    Nur: wenn ich mein Leben auf solche Eventualitäten hin ausrichte, und wenn ich Tag aus Tag ein mit einer solchen Angst lebe. Ich meine, dann sollte ichnprofessionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

    In diesem Sinne….

    Happy posting und alles Liebe
    Andi

  4. Danke fuer diese wunderbare Richtigstellung..
    ein Zusatz, wenn gestattet: Ich rate in dieser Diskussion auch mal über Folgendes nachzudenken: TRENNE ZW. PRIVAT UND PERSÖNLICH…. es entstehen interessante AHA- Effekte…
    HG
    AK

  5. Hallo Hubert,
    genau richtig! Wer Facebook nutzt, hat sich hoffentlich vorher erkundigt und muss mit den Rahmenbedingungen leben. So geht es auch jedem im realen Leben: Wer bei Rot über die Ampel fährt, riskiert einiges.
    Mein Spruch lautet in vielen Situationen: Love it, leave it or change it.
    FB können wir Nutzer nicht ändern. Dann bleiben noch die Alternativen: bleiben oder sein lassen.
    Danke für diesen Artikel, der die Sache genau auf den Punkt trifft.
    Viele Grüße, Giselle

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