Erlebnisshopping: Die Umsatzverhinderer – und wie man sie trotzdem motivieren kann.

Heute Vormittag war ich einkaufen. 

– Nein. Nicht nur „Einkaufen“:  Ich war „Erlebnisshoppen“ ! –

… und habe sie live beobachtet: die Umsatzverhinderer?

Kennen Sie auch solche „Umsatzverhinderer“?

… jene Mitarbeiter, die nach dem Prinzip „Wachhund“ hinter dem Infoschalter lauern, oder in der Unternehmenszentrale das Telefon besetzen und jeden kaufwilligen Kunden mit großem Erfolg abwimmeln?

… jene Mitarbeiter, die immer dann da sind, wenn Sie auch da sind?  Und zwar genau an der Stelle, an der Sie auch sind, um dort das Ladenregal einzuräumen oder den Fußboden wischen?

… jene Mitarbeiter, die plötzlich alle weg sind, wenn Sie da sind und Ihnen damit Ihre ohnehin unnötigen Fragen ersparen?

… jene Mitarbeiter, für die ein gutes Betriebsklima, die Kommunikation und der Dialog mit Ihren Kollegen, an oberster Stelle steht? Und notfalls auch mal einen Kunden dafür warten lassen?

Umsatzverlust im konkreten Fall: 70 EUR in 2 Minute!

Die Kundin vor mir legte ihre Ware wieder ins Regal zurück, nachdem in der Abteilung niemand (aber auch wirklich niemand) zu finden war, um eine Frage zu stellen. Ich tat das ebenso. Einkaufswert in 2 Minuten: ca. 70 EUR.

Bitte um Verständnis für die Mitarbeiter!

Das ist doch normal, werden vielleicht einige sagen: Auch ein Mitarbeiter braucht mal eine Pause, muss mal auf die Toilette, hat mal einen schlechten Tag, und die Ladenregale müssen schließlich eingeräumt werden, wenn sie leer sind. Und eine Möglichkeit, mit Kollegen ein paar Worte zu wechseln, braucht man auch.

Meine Meinung: Stimmt!

Oder auch nicht?

Bei einem Einkauf in einem anderen Laden bemerke ich, dass all diese Dinge durchaus miteinander in Einklang zu bringen sind, und der Kunde trotzdem (oder gerade deshalb) zufrieden den Laden verlässt. Eine Mitarbeiterin hat sich sogar entschuldigt, dass sie vor mir stand und hat zwischenzeitlich am Nebenregal weitergearbeitet. Ein Mitarbeiter fragte mich, ob er mir helfen könne, als ich vor einem Regal etwas ratlos wirkte.

Aber wie machen die das?

Gute Organisation, Motivation, Engagement und richtige Mitarbeiterführung lautet das Erfolgsrezept.

Motivation und Engagement müssen …. – NEIN. … nicht „verordnet“ – Sie müssen vorgelebt werden.

Ein Mitarbeiterteam, das nach der allmorgendlichen Standpauke in den Verkaufsraum auf den Kunden losgelassen wird, wird genau diesen Frust an seine Kunden weitergeben. Auch wenn die Standpauke mit den Worten „Nun nichts für ungut – und jetzt alle motiviert an die Arbeit!“ beendet wird, ändert dies an der erzeugten Stimmung bei den Mitarbeitern wenig.

Natürlich wird auch jede Führungskraft darauf achten, dass die Mitarbeiter zu ihr passen. Mitarbeiter, die nicht dazu passen, werden mit der Zeit gehen – oder gegangen.

In der Tat trifft man die oben beschriebenen Mitarbeitertypen meist in Gruppen, selten als Einzelexemplare.

Es gab vor einigen Jahren eine interessante Studie in einem großen amerikanischen Konzern: Eine Abteilung hatte einen sehr hohen Krankenstand, eine andere einen sehr niedrigen. Man tauschte in den beiden Abteilungen die Abteilungsleiter untereinander aus – ohne sonst irgendetwas zu verändern. Erstaunlich war, dass auch der Krankenstand in den folgenden Monaten mit dem Abteilungsleiter die Abteilung wechselte. Theorie bestätigt !

Das ist eben das Problem: Viele Chefs sind zwar Chef, aber sie haben niemals „Chef“ gelernt.

Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter doch zur Abwechslung einmal morgens vor der Ladenöffnung. Loben Sie sie. Erzählen Sie ihnen, was am Vortag alles gut gelaufen ist und dass Sie auf Ihr Team stolz sind. Vermeiden Sie negative Stimmung und negative Impulse. Denken Sie sich einen gemeinsamen Schlachtruf aus, mit dem Sie morgens Ihr Team an die Arbeit schicken.

Vielleicht werden die Mitarbeiter anfangs etwas verwundert sein über ihren „neuen Chef“. Aber nach ein paar Tagen können Sie beobachten, was sich verändert ….

Was haben Sie beim „Erlebnisshoppen“ erlebt? Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt? Wie ist Ihre Meinung?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

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Veröffentlicht von

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Unternehmensentwicklung / Business Development - Autor (Buch, Print, Online) - Systemische Beratung / Coaching - Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

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