Handwerkerportale und andere Marktplätze für Fachkräfte im Internet

Für einen Artikel in einer Fachzeitschrift für den Mittelstand wollte ein Redakteur meine Meinung zum Thema „Handwerkerportale“ im Internet wissen.

Im Grunde ist meine Antwort dazu immer ähnlich:

Sinn dieser Portale ist es, dass sich auf einem breit angelegten „Marktplatz“ möglichst viele Anbieter und Nachfrager treffen. Dementsprechend liegt es auf der Hand, dass man dort auch viele Schnäppchenjäger finden wird. Dies ist unabhängig davon, ob es sich nun um ein Handwerkerportal, eine Plattform für IT-Spezialisten oder einen Marktplatz für Konsumgüter, Fahrzeuge oder sonstiges handelt.

Wer sich dessen bewusst ist, und ggf. auch bereit ist, preislich ein Auge zuzudrücken, ist in diesen Portalen sicherlich gut aufgehoben und wird bestimmt auch den einen oder anderen Auftrag dort finden.

Gut geeignet sind die Portale auf jeden Fall zur Überbrückung von Leerlaufzeiten. Ein Auftrag, der zwar nicht den gewünschten Umsatz bringt, kann immer noch helfen, die Fixkosten zu reduzieren und damit den Betrieb über eine gewisse Zeit über Wasser zu halten. Allerdings sollte man sich nicht dazu hinreißen lassen, bei schlechter bezahlten Aufträgen auch schlechtere Qualität abzuliefern oder anderweitig im Service zu sparen. Eine schlechte Bewertung ist schwer wieder zu neutralisieren. Und hinterher fragt niemand, aufgrund welcher Ausgangsbedingungen die Bewertung zustande gekommen ist.

Frage: Haben Sie schon einmal einen Handwerker über ein Online-Handwerkerportal gesucht?

Eine Blitzumfrage, die ich kurzfristig unter meinen Onlinekontakten gestellt habe, ergab folgendes Ergebnis:

Antworten waren:

  • 9 x Nein
  • 1 x ja, schon mal gesucht
  • 6 x ja, schon gesucht und auch gefunden

Die Umfrage ist natürlich nicht gerade repräsentativ, da sie erstens nur sehr kurz und spontan lief, und zweitens ja nur innerhalb meiner eigenen Online-Kontakte stattfand, die ohnehin einen Hang zum Internet mitbringen.

Ich praktiziere diese Vorgehensweise allerdings sehr gerne, da mir die Rückmeldungen ein erstes Stimmungsbild zum Thema geben.

Positiv überrascht war ich über die 5 x „gesucht und gefunden“.


Mein Tipp:

Grundsätzlich empfehle ich, sich mit den unterschiedlichen Online-Portalen aus seiner eigenen Branche vertraut zu machen und dort ein Profil zu hinterlegen. Im Sinne eines Marketingmix ist es nie verkehrt überall präsent zu sein und gesehen zu werden.

Allerdings sollten die Kosten, die mit der Eintragung verbunden sind, in einem vernünftigen Verhältnis zu dem erwarteten Erfolg (sprich zur Marketingwirkung und natürlich zum Umsatz) stehen. Ideal sind natürlich Portale, die einen kostenlosen Basiseintrag erlauben, oder nur dann Geld kosten, wenn ein Auftrag zustande gekommen ist.

Überprüfen Sie von Zeit zu Zeit, ob die Investition Sinn macht. In der Regel erkennt man das sehr gut an der Anzahl der Anfragen, die über das Portal eingehen, und auch an der Anzahl der Klicks, die von dem Portal aus auf der eigenen Firmenwebseite landen. Auf keinen Fall würde ich mich von Anfang an auf eine langfristige Vertragsbindung einlassen. Lieber erst mal ein Probeabo oder eine kurze Laufzeit.

Meine eigene Erfahrung:

Ich selbst bin seit einigen Jahren in verschiedenen Vermittlungsportalen für Fachkräfte registriert. Ich habe mich dort überall (soweit möglich) für den kostenlosen Basiseintrag entschieden. In kostenpflichtigen Portalen bin ich nicht vertreten.

Aus einigen Portalen erhalte ich hin und wieder Projektanfragen. Meist schon mit der Angabe des gewünschten Stunden- oder Tagessatzes, der es erübrigt, die Projektanfrage zu Ende zu lesen. Aufträge generiert habe ich über ein solches Portal bisher nicht.

Wie ist Ihre / Eure Erfahrung?

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Veröffentlicht von

//hubertbaumann.com/

Unternehmensentwicklung / Business Development - Autor (Buch, Print, Online) - Systemische Beratung / Coaching - Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Eine sehr guten Kommentar, den ich Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten wollte, erhielt ich heute per E-Mail von einer Leserin:

    „Ich weiß von einigen Unternehmern, dass sie sich nach der erfolgten Aufbauphase konsequent aus allen Portalen wieder abgemeldet haben, da die Schnäppchen-Mentaltität nicht mehr zum Image des Betriebs und der Leistungen gepasst hat.“

    Vielen Dank für diese konstruktive Ergänzung.

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