Ein Tauschgeschäft ohne Gegenwert ist ein Geschenk. Es ist immer wieder unglaublich …

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Es ist immer wieder unglaublich. Ein Unternehmen bietet mir einen reinen Werbeartikel als „Gastbeitrag“ für meinen Blog und bietet mir als „Bezahlung“ einen Artikeltausch auf einem weitgehend unsichtbaren Blog an (Pagerank + Sichtbarkeitsindex = 0).

Generell stehe ich Gastbeiträgen (auch in Form eines Artikeltausches) offen gegenüber. Bei diesem Tauschgeschäft veröffentlichen beide Tauschpartner jeweils einen hochwertigen Beitrag auf dem Blog oder dem Portal des anderen. Eine gute Möglichkeit, um sich gegenseitig bekannt zu machen, ohne dafür ein großes Marketingbudget zu investieren, und gleichzeitig dem eigenen Publikum einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten.

Der zugesandte Artikel war aber bereits in der Überschrift deutlich als Werbung erkennbar „Warum Sie Produkte von xxxx kaufen sollten“ und enthielt auch im Text mehrfach eindeutige Hinweise auf das Unternehmen sowie Produktbilder als Beispiele der Firma xxxx.

Ein schneller Routinecheck der beiden als Gegenwert angebotenen Portale auf

http://www.seitwert.de und http://www.sichtbarkeitsindex.de

ergab:

Sichtbarkeitsindex und Google Pagerank waren im vorliegenden Fall „0,00“. Beide Werte sollten in der Regel mindestens in etwa gleich groß sein wie der Wert auf der eigenen Seite. Sind sie deutlich niedriger, kommt eine Zusammenarbeit für mich nicht in Betracht.

Denn ein solcher Tausch würde für mich im übertragenen Sinne bedeuten: Ich gebe jemandem die Gelegenheit, sich bei mir öffentlich auf einer Bühne mit großem Publikum zu präsentieren, und setze mich im Gegenzug bei ihm in den dunklen Keller. Ein schlechter Tausch.

Was mich an solchen Geschichten immer wieder verwundert: Machen sich die Leute eigentlich keine Gedanken, was sie da gegeneinander tauschen wollen? Generell finde ich Tauschangebote ja sehr gut (wie oben schon erwähnt). Allerdings muss der Tausch für beide Tauschpartner einen sinnvollen Nutzen bringen.

Mir persönlich hilft es, mich in solchen Situation in die Lage meines Gegenübers zu versetzen und zu überlegen, ob ich an seiner Stelle auf das Angebot eingehen würde. Komme ich bei der Überlegung zu einem „Nein“, werde auch ich ihm dieses Angebot nicht unterbreiten.

Diese Überlegungen werden noch dadurch erschwert, wenn der Gegenüber kein gleichwertiger Geschäfts- und Blogpartner auf Augenhöhe ist, sondern ein Unternehmen, das professionell Agenten beschäftigt, die gezielt nach einem vorgegebenen Schema nach interessanten Blogs und Tauschpartnern Ausschau halten. Mein Ansprechpartner ist dabei nicht der Unternehmer, sondern ein Agent, der widerum nicht mit dem späteren Artikelschreiber identisch ist.

Dennoch biete ich auch in solchen Situationen den Unternehmen die Möglichkeit, ihre Beiträge auf meinem Blog zu platzieren. Allerdings nicht gegen Tausch, sondern gegen Gebühr und mit klar definierten Regeln. Dabei ist auch klar festgelegt, dass der Beitrag ein Fachbeitrag mit Mehrwert sein muss – also kein reiner Werbeartikel.

Meine Antwort auf die Anfrage im eingangs genannten Beispiel: „Wenn Sie Werbung schalten möchten, empfehle ich Ihnen Google Adwords. Alternativ kann ich auch eine Werbeeinblendung auf meinem Freizeitblog http://www.baumann4you.de anbieten. ….“

Denn ein Tausch ohne Gegenwert ist im Ergebnis ein Geschenk.

Und warum sollte ich einem bildfremden Unternehmen etwas schenken, das sich mit meinem Geschenk sehr viel Geld für eigene Werbung einspart?

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Veröffentlicht von

//hubertbaumann.com/

Unternehmensentwicklung / Business Development - Autor (Buch, Print, Online) - Systemische Beratung / Coaching - Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich kenne die Problematik auch sehr gut, allerdings eher aus der anderen Seite des mailverkehrs, ich bin einer der Artikeltausch-suchenden. Die Haltung von Hubert verstehe ich zu 100%, wer will schon ein Fahrrad gegen ein Auto tauschen. Allerdings sollte man die andere Seite auch verstehen, hier wird versucht, Linkbuilding zu betreiben, und da gehen bei mir auch ab und zu mal Anfragen raus, die meinen Tauschrichtlinien (ca. 1:1) nicht ganz entsprechen.

    Liebe Grüsse
    Patrick

    P.S. Das letzte Pagerank update war vor fast 1 Jahr, auf diese Ziffer sollte also nicht mehr allzuviel Wert gelegt werden.

    • Hallo Patrick,

      vielen Dank für Deine konstruktiven Anmerkungen zu meinem Beitrag und Deiner Darstellung von der anderen Seite des Tisches. Im Ergebnis gilt dann hat: Passen die Vorstellungen beider Geschäftspartner nicht zusammen, kommt keine Zusammenarbeit zustande. Die Überlegung ist, ob es Sinn macht, jemandem ein Geschäft anzubieten, bei dem von vornherein klar ist, das er (oder sie) es nicht annehmen wird.

      Der extern Google-Pagerank wurde aus meinen Kenntnissen im November 2013 das letzte Mal aktualisiert. Gibt es eine Alternative, wie man Webseiten schnell und unkompliziert „bewerten“ kann? Ich bin seit einiger Zeit auf der Suche, habe jedoch noch nichts gefunden.

      Viele Grüße
      Hubert

      • Stimmt so beinahe;-) Wenn ich von vornherein wüsste, dass die Gegenpartei das Geschäft nicht eingehen wird, könnte ich mir die Arbeit eh sparen. Aber das weiss ich ja nicht immer. So nach den Motto: Wer nicht probiert, hat schon verliert.

        Zur Relativierung: Ich schreibe vielleicht so 3-4 mails in der Woche bez. dem linkaufbau, ich spamme die Websiten Inhalber also nicht voll..

        Bewerten kann man eine Website mit dem von Dir beschriebenen SI, oder über den OVI vom tool XOVI, ist allerdings kostenpflichitg.

        Liebe Grüsse
        Patrick

  2. Ist nicht wirklich was neues im Internet. Ob Homepage, App oder Blog. Es gibt halt immer wieder Blöde die auf sowas reinfallen.
    Nur das kann man jetzt hier auch behaupten: wieso eine Groß aufgemachte Meldung über Xing die Inhaltlich nicht von besonderem Wert ist, da ja die Meldung altbacken ist, aber als besonders Wertvoll dargestellt wird.

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