Kann ein Blog die Webseite ersetzen?

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Am Wochenende erhielt ich Post (E-Mail) von einem Leser meines Buches „Marketing 2.0 für Handwerk und KMU“. „Kann man durch einen Blog seine Webseite ersetzen“, war sinngemäß die Frage.

„… gerade habe ich Ihr Buch „Marketing 2.0 für Handwerk und KMU“ aus dem Holzmann Medienverlag ausgelesen. Das macht Lust auf mehr…. Einzig, was mir nicht eingeht, wie kann man seine Website durch einen Blog ersetzen? Und kann man in diesem Zusammenhang auch seine Newsletter durch einen Blog ersetzen? Würde Sinn machen, da man dann nicht mehr das Einverständnis des Empfängers benötigt.“

Da diese Fragen von allgemeinem Interesse sein dürften, möchte ich hier im Blog etwas näher darauf eingehen. Heute, im ersten Teil zur ersten Frage nach dem Blog. Die zweite Frage nach dem Newsletter werde ich im Laufe der kommenden Tage in einem gesonderten Beitrag beantworten.

Zunächst die generelle Frage für alle meine Leser, die sich mit der Blogtechnologie bisher noch nicht im Detail auseinandergesetzt haben:

Was ist ein Blog?

Ein Blog ist eine Art virtuelles Tagebuch im Internet, das laufend fortgeschrieben werden kann. Die alten Informationen gehen dabei nicht verloren, sondern rutschen in der Liste einfach um einen Beitrag nach unten. In der Regel werden die Beiträge mit einem Zeitstempel versehen, sodass der Leser sich schnell ein Bild über die Aktualität des Beitrages machen kann als auch in der Historie „nachblättern“ kann. Im Gegensatz dazu besteht die klassische Webseite aus statischen Seiten, die bei Bedarf von Zeit zu Zeit durch neue Informationen ersetzt werden, wobei die alten Informationen dort in der Regel gelöscht werden.

Kann ein Blog die Webseite ersetzen?

Moderne Blogsystem, wie zum Beispiel das von mir präferierte WordPress, bieten beide Möglichkeiten: Sowohl die Möglichkeit dynamische Beiträge zu erfassen als auch die Möglichkeit statische Seiten abzulegen. Der Seitenbetreiber (also der Unternehmer) hat damit sowohl die Möglichkeit, seine bisherigen statischen Seiten dort unterzubringen als auch einen Blog zu pflegen. WordPress bietet also quasi einen Blog und eine Webseite unter einem Dach.

Insofern stellt sich weniger die Frage, ob man die Webseite durch einen Blog ersetzen kann, sondern vielmehr die Überlegung, warum man seine Online-Unternehmenskommunikation mit seinen Kunden nicht gleich auf ein integriertes System wie WordPress aufbauen sollte, um die Vorteile von Blog + statischer Webseite in einem zu nutzen.

Warum macht das Sinn? Vorteile für das Unternehmen:

Einer der Vorteile ist sicherlich, dass im Ergebnis nur 1 System gepflegt und administriert werden muss. Gerade für den Unternehmer, der sich nicht täglich mit diesen Systemen beschäftigt, macht es ein Unterschied, dass er sich nur in ein Programm einarbeiten muss. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Aktualisierungshäufigkeit in diesem einen System deutlich höher ist als dies bei zwei getrennten Anwendungen in der Regel der Fall ist. Damit wird dies auch Google & Co. mit einem entsprechend besseren Ranking belohnen. Außerdem locken laufend aktualisierte Blogartikel automatisch auch neue Interessenten auf ihre statischen Seiten.

Allerdings ist es wichtig, von vornherein die beiden Bereiche klar voneinander abzugrenzen, z. B. durch eine Einstiegsseite, die den Besucher zunächst auf Ihren statischen Seitenbereich lenkt. Dort sollte der Besucher ein gut durchdachtes Menü vorfinden, das ihn unter anderem auch zu Ihrem Blog führt. Darüber hinaus kann es Sinn machen, dem Blogbereich noch einen gesonderten Eingang, in Form einer Unterseite http://www.hubertbaumann.com/blog zu verpassen, um interessierte Leser auch direkt dorthin lenken zu können.

2014-04-22_112059Eine gut durchdachte Menüstruktur ist also wichtig. Das Klickverhalten der Besucher sollte in der Anfangszeit genau beobachtet werden und die Struktur ggf. angepasst werden, falls erforderlich.

Vorteile für den Besucher / Kunden

Beide Bereiche (Statische Seiten und Blog) profitieren in der Praxis voneinander. Besucher, die über eine statische Seite einsteigen, wechseln unter Umständen im Laufe Ihres Besuches auf Ihren Blog. Ebenso werden Besucher, die über den Blog zu Ihnen finden, sich im Laufe ihres Besuches über Ihre Produkte und Dienstleistungen informieren. Ähnlich wie in Ihrem Ladengeschäft, in dem Sie ja auch sowohl Ihre Produkte in den Regalen präsentieren, fachliche Beratung anbieten und auch verkaufen – alles unter einem Dach, in einem Verkaufsraum. Stellen Sie sich vor, Ihre Kunden könnten sich in Ihrem Verkaufsraum nur Ihre Produkte anschauen, müssten aber zum Bestellen und Kaufen das Geschäft wechseln, etwa auf die gegenüberliegende Straßenseite.

Vorgehensweise bei der Umstellung

Wenn Sie bisher bereits eine Webseite betreiben und nun mit einem eigenen Blog durchstarten wollen, haben Sie zunächst die Qual der Wahl. Webseite bestehen lassen und Blog parallel dazu betreiben, Blog-Plugin (soweit verfügbar) in die bestehende Seite integrieren, oder auf eine Komplettlösung wie z. B. WordPress zu setzen. Wenn Sie sich für WordPress entscheiden, werden Sie wohl oder übel die bisherigen Inhalte Ihrer Seite manuell dorthin übernehmen müssen – vielleicht eine Gelegenheit, diese auch einmal auf mögliche Optimierungsmöglichkeiten zu überprüfen. Das Gleiche gilt auch für das Design der bisherigen Seite.

In meinem Buch „Marketing 2.0 für Handwerk und KMU“ wird der Aufbau eines WordPress-Blogs als ein auf dem WordPress-Server gehosteter Blog beschrieben. Diese Vorgehensweise eignet sich gut für den ersten Einstieg und um erste Erfahrungen mit dem Bloggen zu sammeln. Sollten Sie meiner Empfehlung einer integrierten WordPress-Lösung entscheiden, empfehle ich auf jeden Fall zu einer Installation auf einem eigenen Server bei einem Internetprovider. Über diese Installation haben Sie dann selbst die Hoheit und können dort beliebige Zusatzprogramme (sogenannte Plugins) installieren. Außerdem ist die Seite dann direkt unter ihrem Seitennamen www.ihre-firma.de erreichbar.

Fazit:

Es gibt zahlreiche Unternehmen, die die beschriebene Vorgehensweise bereits mit Erfolg praktizieren. Vorwiegend für kleine und mittelständische Unternehmen macht dies absolut Sinn. Ich hoffe, ich konnte die Frage damit ausreichend erklären.

Lassen Sie sich bei der Umstellung von einem erfahrenen Berater unterstützen, der nicht nur die Technik, sondern auch die Dynamiken der Kundenkommunikation, den Markt und das Zusammenspiel Ihres Blogs mit den unterschiedlichen Social Media-Kanälen sehr gut kennt.

Ihr Blog ist der erste Einstieg in „Marketing 2.0“, in die phantastische Welt der interaktiven Kommunikation zwischen Ihnen und Ihren Lesern, Ihren Interessenten und Kunden.

Und das ist deutlich mehr als „nur“ ein hübsches Design und ein Programmcode.

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Veröffentlicht von

//hubertbaumann.com/

Unternehmensentwicklung / Business Development - Autor (Buch, Print, Online) - Systemische Beratung / Coaching - Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

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