Können Blog und Social-Media den Newsletter ersetzen? Ihre Meinung?

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„Kann ein Unternehmen durch einen Blog und ein durchdachtes
Social-Media-Konzept seinen Newsletter ersetzen?“

Diese Frage erhielt ich sinngemäßig von einem Leser meines Buches „Marketing 2.0 für Handwerk und KMU„.

Der Hintergrund:

Während der Versand von Newslettern noch vor einigen Jahren eine wirkungsvolle Marketingmethode darstellte, wird dies in den letzten Jahren immer schwieriger. Zum einen gibt es zwischenzeitlich Gesetze, die den Versand nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen erlauben. Eine dieser Voraussetzungen ist zum Beispiel die eindeutige Zustimmung des Adressaten. Verschickt der Absender trotzdem, riskiert er eine Abmahnung.

Zum zweiten gibt es immer mehr Menschen, die Newsletter – welcher Art auch immer – kategorisch ignorieren und wegklicken. Die Aufforderung „Bitte keine Werbung einwerfen“, die als Aufkleber an vielen Hausbriefkästen klebt, gewinnt so auch im Internet zunehmend an Bedeutung.

Bitte-keine-Werbung-einwerfen

Ein Argument gegen den Newsletter: Die zunehmende E-Mail-Flut. 

Überlegen Sie:

  • Wieviele E-Mails erhalten Sie pro Tag?
  • Wieviele davon sind Werbung, die Sie bestellt haben?
  • Wieviele davon sind Werbung, die Sie NICHT bestellt haben?
  • Wieviele Newsletter erhalten Sie?
  • Wieviele Mails heißen zwar „Newsletter“, sind aber als Newsletter getarnte Werbemails?
  • Wieviele Werbe-E-Mails werden direkt von Ihrem Spam-Filter vorab abgefangen?
  • Wieviele Mails landen wenige Sekunden nach dem Öffnen bereits im Papierkorb Ihres Mail-Programms?
  • Und wieviele E-Mails betreffen Sie tatsächlich? etwa in der Form, dass Sie tatsächlich eine Handlung daraus ableiten?

Wie soll man sich mit seinem Newsletter dann noch wirkungsvoll hervorheben?

So halte ich es für legitim, ernsthaft darüber nachzudenken, ob das Versenden von E-Mail-Newslettern noch Sinn macht – während andere nach wie vor fleißig mit Goodies, welcher Art auch immer, E-Mail-Adressen einzusammeln, um eben den Versand von Newslettern zu forcieren oder weiterhin zu ermöglichen.

Sind Blog und Social-Media die geeignete Alternative? Was unterscheidet diese Variante vom klassischen Newsletter?

Der wesentliche Unterschied: Während es sich bei Newsletter um sog. Push-Werbung handelt, bei der der Newsletter aktiv vom Anbieter an den Kunden verschickt wird, ist der Blogschreiber darauf angewiesen, dass der Leser von sich aus die Initiative ergreift und sich im Blog informiert.

Das gleiche gilt für alle anderen Social-Media-Kanäle: Der Leser entscheidet sich selbständig dafür Facebook-Fan Ihrer Seite zu werden, Ihrem Unternehmen auf Twitter zu folgen, Sie zu seinen Kreisen auf Google+ hinzuzufügen, oder Ihre regelmäßigen Blogbeiträge per RSS-Feed oder E-Mail-Info zu abonnieren. Erhält er den gewünschten Mehrwert, wird er das tun. Erhält er den Mehrwert nicht, wird er schnell und ohne Angabe von Gründen sein „Abo“ wieder beenden.

Das Zauberwort „Mehrwert“

Das Zauberwort heißt also „Mehrwert“! Dieser Mehrwert kann aus Informationen bestehen, aber auch aus Werbung, z. B. den regelmäßigen Sonderangeboten von Discountern, die man ja eigens dafür abonniert, um kein Schnäppchen zu verpassen. Aber auch ein Mehrwert in Form eines Unterhaltungswertes ist denkbar: Unternehmen, die über Geschichten aus Ihrem Unternehmensalltag berichten, und so ihr Unternehmen für ihre Leser greifbar machen, einen Unterhaltungswert bieten und damit Mundpropaganda erzeugen.

Bieten Sie Ihren Lesern diesen Mehrwert, dann bleiben sie Ihnen erhalten. Aber diese Ausage gilt beim Blog gleichermaßen wie bei Facebook oder beim Newsletter, oder? Und wieviele Menschen gibt es, die mit den ganzen neumodischen Social-Media-Dingens nichts am Hut haben wollen, aber dennoch regelmäßig ihre E-Mails lesen! Diese Menschen würde man dann nicht erreichen, würde man auf den Newsletter komplett verzichten.

Meine Erfahrung

Ich selbst verzichte seit vielen Jahren für mein Unternehmen auf den Versand von Newslettern. Ich nutze die beschriebenen Kanäle über Facebook, XING, Twitter, Google+ und biete meinen Lesern darüberhinaus die Möglichkeit an, meinen Blog per RSS-Feed und per E-Mail-Abo zu abonnieren. Außerdem habe ich gelernt, meine Texte so zu gestalten, dass sie auch bei Google und anderen Suchmaschinen gut gefunden werden. Meine Erfahrung: Durchweg positiv.

Ein Beispiel pro Newsletter

In einem Kundenprojekt, das ich vor ein paar Jahren betreut habe, haben wir regelmäßig (ca. alle 6 Wochen) einen Newsletter verschickt. Das Interessante daran war, dass sich in den Folgetagen Kundenanfragen, sei es per Telefon oder per E-Mail, vermehrten. Allerdings bezogen sich diese Anfragen in den seltensten Fällen auf die Inhalte des Newsletters, sondern auf andere Themen. Es war also nicht der Inhalt, sondern allein die Erinnerung, die hier eine Rolle spielte.

Kann ein Blog und Social Media einen Newsletter ersetzen?

So eindeutig beantworten lässt sich die Frage offensichtlich nicht. „Es kommt darauf an“ wäre vielleicht die richtige Antwort „Es kommt darauf an – auf die Zielgruppe, die Kunden, die Produkte und Dienstleistungen, die Sie anbieten“ …. sowie letztlich den Versuche, beide Varianten parallel auszuprobieren, zu beobachten und danach zu entscheiden.

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Unternehmensentwicklung / Business Development - Autor (Buch, Print, Online) - Systemische Beratung / Coaching - Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Herzlichen Dank allen drei bisherigen Kommentatoren Conny Danner – DocGoy und Werner Hahn – für ihre konstruktiven Beiträge zum Thema. Eine weitere Rückmeldung erhielt ich über XING auf meine Statusmeldung mit einem kurzen und knappen „Ja, man kann“.

    Im Ergebnis denke ich festhalten zu können, dass der Newsletter durchaus weiterhin seinen Platz im Onlinemarketing hat, dass er aber gut überlegt eingesetzt werden sollte und einen inhaltlichen Mehrwert bieten muss.

    Trotz dieser vermeintlichen „Schlussworte“ freue ich mich natürlich gerne über weitere Meinungen und Kommentare zum Thema. :-)

  2. Moin!
    Wie so oft ist es hier kein „Entweder – Oder“ sondern ein „Sowohl – Als auch!“.
    Newsletter sind nach wie vor der ideale weg um Kunden zu informieren, doch woher nimmt man die Empfänger der Newsletter? Und genau dabei kann Social-Media helfen.
    Newslettermarketing muss mit Social-Media-Marketing sinnvoll verknüpft werden und sollte sich gegenseitig synergistisch unterstützen.
    LG
    DocGoy

  3. Ich halte newsletter nur noch dann für sinnvoll, wenn man tatsächlich auch „Nachrichten“, nützliches und wissenswertes für sein Klientel hat. Der Rest sind oft wirklich reine Werbemails mit denen wir unsere Kunden nicht nerven wollen.
    Seltener und gezielt eingesetzt können newsletter durchaus Sinn machen.

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