Wer oder was ist eigentlich “SALE”? … Ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag zur Verwendung von Anglizismen im Handel.

Wer oder was ist eigentlich “SALE”? Eine eher humorvolle Erklärung des Phänomens, das man jahreszeitenbedingt in allen Medien, auf allen Kanälen und allen Einkaufszentren findet.

Die Antwort auf die Frage ist einfach, wenn auch logisch nicht ganz nachvollziehbar

Der Begriff kommt aus dem englischen und heißt “Zu verkaufen”. Das Geschäft, in dem solche Schilder mit der Aufschrift “SALE” stehen, kennzeichnet seine Artikel mit diesem Begriff, um damit dem geneigten Kunden zu signalisieren, dass diese Artikel zu verkaufen sind. Warum man das nicht auf Deutsch schreibt? Vielleicht liegt es daran, dass “Zu verkaufen” einfach viel zu lang ist und daher sehr viel mehr Platz auf den Kleiderständern und auf den Plakaten in Anspruch nehmen würde. Aber diese Erklärung ist eine reine Vermutung von mir :-) .

In Wirklichkeit entstand der Begriff wohl durch die Abschaffung des offiziellen Sommer- und Winterschlussverkaufes, indem man einen adäquaten Nachfolgebegriff als Umsatzmaschine suchte.

Mittlerweile wird der Begriff jedoch das ganze Jahr über verwendet. Bei meinem meinem letzten Bummel durch unsere Innenstadt entdeckte ich zahlreiche typisch deutsch aussehende Läden und mit gefühlt 100% deutschsprachigem Publikum und entsprechender Beschriftung am Aushang. Etwa an jedem zweiten Laden in der Einkaufsmeile ragten große Schilder mit der Aufschrift “SALE”.

Was aber ist mit den anderen Läden?

Haben die nichts zu “SALEn”? Oder sind die einfach zu bequem, ihre Auslagen mit “SALE” zu beschriften, und nehmen in Kauf, dass der Kunden damit nie erfährt, dass es hier etwas zu kaufen gibt?

Machen Geschäfte, die ihre Ware mit diesen vier großen roten Buchstaben kennzeichnen, tatsächlich mehr Umsatz als andere? Manche ergänzen ihre Verkaufsabsicht noch, indem sie ihrer Auslage ein großes rotes %-Zeichen hinzufügen. Natürlich zunächst ohne dem Betrachter zu verraten, mit wievielen %en (oder ob überhaupt) er zu rechnen hat.

Fühlen Sie sich als Kunde durch diesen Hinweis in der Schaufensterauslage mehr angezogen als von anderen Läden?

Gibt es sonst keinen Mehrwert, den diese Läden ihren Kunden zu bieten haben, und mit dem man auf sich aufmerksam machen könnte?

Braucht der Handel diese Anglizismen, um Kunden zu gewinnen? Oder wäre eine durchdachte deutsche Formulierung genau so wirkungsvoll, wenn nicht sogar noch wirkungsvoller?

In einem Laden las ich ein großes Schild “reduziert”. Das ist zwar wenig spektakulär, aber es hatte auf mich zumindest eine gewisse Aussagekraft.

Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihren Diskussionsbeitrag zu diesem Thema !

(Ursprünglicher Beitrag vom 19.01.2011 neu überarbeitet und aktualisiert)

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