Keine Leistung ohne Gegenleistung. Oder: Was nichts kostet, ist auch nichts wert – und meistens umsonst.

Keine Leistung ohne Gegenleistung. Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Und oft heißt „kostenlos“ auch gleichzeitig „umsonst“.

Dazu meine Geschichte:

Ein Dialog am Telefon: „Ah. Sie möchten mich für Ihre Veranstaltung als Referent buchen. Klar, sehr gerne. … Wie, Sie schicken mir ein Angebot? … Achso, ich soll Geld dafür bezahlen, dass ich einen Vortrag halten darf!? Ne, dann doch lieber nicht. Viel Erfolg beim Weitersuchen. Ich bin sicher, dass Sie jemanden finden.“ 🙂

Leider sind solche Dialoge – ob am Telefon oder in Schriftform – in der Beraterbranche keine Seltenheit.

Nunja. Mein Wissen hat mich ja schließlich nichts gekostet – außer meiner Ausbildung, diversen Weiterbildungen und 25 Jahren Erfahrung halt, die mich legitimieren, mein Expertenwissen heute an andere weitergeben zu können -. Doch auch ein Arzt, der mir nach einer kurzen Untersuchung den Rat gibt, ich solle mich doch zwei Tage ausruhen, wird mir dafür eine Rechnung schicken. Auch wenn er nichts weiter getan hat als mir einen Rat zu geben.

Was viele nicht wissen, ist, dass ein 30-Min-Vortrag etwa 3 – 4 Stunden Vorbereitungszeit erfordert. Auch wenn der Vortrag schon fertig in der Schublade liegt, muss er auf die Zielgruppe angepasst und aufbereitet werden. Hinzu kommen Reisezeit und der Reiseaufwand.

„Dann machen Sie halt nur 15 Minuten“ – Ein weiterer Irrglaube!

Inhalte zu komprimieren und so zu straffen, dass sie in einem deutlich kürzeren Zeitfenster noch Sinn ergeben und das Wesentliche rüberkommt, erfordert nicht weniger, sondern oft sogar mehr Zeitaufwand.

Zitat: „Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich Dir einen kürzeren Brief geschrieben“ (angeblich von Schiller oder Goethe)

Nun könnte man auf die Idee kommen, dass ein solcher Vortrag ja immer noch Werbung ist und Mundpropaganda erzeugt.

Fakt ist aber, dass von 20 Teilnehmer mind. 20 den kostenlosen Vortrag gerne konsumieren, aber im Anschluss kein zusätzliches Geld dafür ausgeben werden, um das erworbene Wissen zu intensivieren. Es besteht eher die Neigung dazu, weiterzusuchen. ggf. im Internet nach weiteren Information zum Thema.

Etwa 5 % der Teilnehmer werden sich über den Vortrag beklagen: Nicht weil er schlecht war! Sondern weil sie nicht genug Informationen erhalten haben und noch Fragen offen blieben. Oder weil sie für ihr individuelles Problem keine Lösung erhalten haben. Diese Teilnehmer werden dann natürlich für entsprechende Mundpropaganda sorgen. Auch klar.

Fazit: Kaufen wir uns für das ersparte Geld eine gute CD und legen uns in der ersparten Zeit auf die faule Haut zur Entspannung. Und tanken Energie für den nächsten Kunden, der unsere Leistung gerne honoriert.

Ob Webinar, Seminar, Workshop, Podiumsdiskussion, Fachartikel, Coaching oder andere Dienstleistungen:

  • Keine Leistung ohne Gegenleistung!

Mein Tipp:

Signalisieren Sie Ihren Adressaten, dass hinter Ihrem Angebot ein Wert steht. Ein kleiner „Kostenbeitrag“ verringert die Anzahl der vermeintlichen „Interessenten“ zwar entscheidend, lässt aber das tatsächliche Interesse erkennen. 

Doch am Ende zählt nicht die Quantität, sondern die Qualität.

Apropos Gegenleistung: Die Gegenleistung berechne ich immer (ausnahmslos) in EUR oder einer anderer gängigen Währung. In der Tat wurden mir auch schon Gegenleistungen in Form von Gratis-Hotelübernachtungen, Reinigungsmitteln (braucht man ja sowieso) oder prozentuale Firmenbeteiligungen angeboten.

Wie ist Ihre Meinung / Erfahrung?

Viele Grüße

Hubert Baumann

 

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Veröffentlicht von

//hubertbaumann.com/

Unternehmensentwicklung / Business Development – Autor (Buch, Print, Online) – Systemische Beratung / Coaching – Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

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