Expertenbeitrag: Sollten Sie sich selbst Gehalt zahlen? Ein Ratgeber für Selbstständige

Im heutigen Expertenbeitrag geht es um das Thema „Gehaltzahlungen an sich selbst“ – unter welchen Voraussetzungen dies sinnvoll ist und wie eine Lohnbuchhaltungssoftware dabei unterstützen kann, diesen Prozess so schlank wie möglich zu halten. 

Wenn Sie selbstständig arbeiten, gilt für Sie zunächst Mal eine einfache Rechnung. Der Einnahmenüberschuss am Ende des Monats, also Ihr Gewinn, stellt nach Abzug der Steuern und eventueller Mitarbeitervergütungen auch Ihr „Gehalt“ dar, über das Sie frei verfügen können.

Gehalt steht hier deswegen in Anführungszeichen, weil es sich bei Selbstständigen nicht um eine Lohnzahlung im eigentlichen Sinne handelt. Stattdessen behalten Sie Ihren Gewinn, der natürlich je nach Erfolg von Monat zu Monat stark variieren kann. Deswegen ist eine Lohnabrechnung im klassischen Sinne in diesem Fall auch nicht nötig.

Angestellter im eigenen Betrieb

Wenn Sie allerdings in Ihrem eigenen Unternehmen als Geschäftsführer angestellt sind, sieht die Rechtslage anders aus. In dem Fall zahlen Sie sich nämlich selbst ein vertraglich festgelegtes Fixgehalt.

Mit  der Möglichkeit, sich selbst in Ihrem Betrieb anzustellen, sollten Sie sich auf jeden Fall auseinandersetzen. Der Grund dafür ist so einfach wie überzeugend: Sie erwirtschaften mehr Geld. Ihr Gehalt gilt in diesem Fall nämlich als Betriebsausgabe, die natürlich Ihren Gewinn mindert. Das bedeutet, dass Sie weniger Steuern zahlen müssen.




Wenn Sie sich für diese Art des Angestelltenverhältnisses entscheiden, sollten Sie dieses auf jeden Fall genauestens vertraglich dokumentieren. Ob Gehalt, Zusatzleistungen oder auch geldwerte Vorteile: Nur wenn Sie all das zweifelsfrei und wasserdicht festlegen, haben Sie bei einer Überprüfung durch das Finanzamt nichts zu befürchten. Gibt es hier Lücken, machen Sie sich schnell der sogenannten „verdeckten Gewinnausschüttung“ schuldig, was empfindliche Steuernachzahlungen zur Folge hat.

Dieses Delikt liegt auch dann vor, wenn Sie sich ein unverhältnismäßig hohes Gehalt zahlen, um den zu versteuernden Gewinn möglichst gering zu halten. Nutzen Sie also unbedingt Vergütungsstudien, um einen branchenüblichen Lohn zu ermitteln. So können Sie dieses Problem vermeiden.

Ihr Gehalt wird dabei als Einkunft aus nicht selbstständiger Arbeit behandelt, so dass Sie so vorgehen müssen, als würden Sie einen beliebigen anderen Angestellten bezahlen. Sie kommen also auch um eine korrekte und ordnungsgemäße Gehaltsabrechnung nicht herum.

Lohnbuchhaltung muss sein

Viele Selbstständige haben jedoch von Buchhaltung und dem genauen Vorgehen bei einer Lohnabrechnung nicht allzu viel Ahnung. Eine Möglichkeit, die Sie immer nutzen können, ist es, einen Buchhalter einzustellen oder diese Aufgabe gleich komplett auszulagern. Gerade wenn sie keine oder nur sehr wenige Mitarbeiter beschäftigen, lohnt sich das jedoch häufig nicht, da die Kosten für einen spezialisierten Mitarbeiter oder einen externen Dienstleister unverhältnismäßig hoch sind.

Sinnvoller ist es daher für Sie als Angestellten in Ihrem eigenen Betrieb, die Gehaltsabrechnung selbst zu übernehmen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wird Ihnen das zunehmend leichter fallen, besonders, wenn Sie eine Software wie Lexware lohn + gehalt plus zu Hilfe nehmen.

Vorteile einer Lohnbuchhaltungssoftware

Lohnbuchhaltungsprogramme bieten Ihnen in der Regel die meisten Optionen und Features, die man für eine korrekte Gehaltsabrechnung benötigt. Dank der heutzutage üblichen intuitiven Menüführungen und der einfach gestalteten Benutzeroberflächen ist es selbst für Laien keine große Herausforderung mehr, ihren Lohn zu berechnen.

Die wichtigsten Dinge, auf die Sie bei der Anschaffung einer Lohnbuchhaltungssoftware achten sollten:

  • Einfache und schnelle Lohn- und Gehaltsabrechnung durch vorgefertigte Masken, in denen alle wichtigen Gesichtspunkte berücksichtigt werden
  • Problemloses Erfassen, auch von Sondervergütungen oder geldwerten Vorteilen unter Beachtung der rechtlichen Vorgaben (rechtliche Sicherheit)
  • Arbeiten von unterwegs möglich – über entsprechende Online-Anbindung
  • Schnittstellen: Wichtig zu ELSTER oder ELSTAM zur schnellen Übermittlung wichtiger Daten wie Sozialbeiträgen oder Lohnsteuerabzugsmerkmalen
  • Integriertes Online-Banking für effizienten, papierlosen Zahlungsverkehr

Wegen dieser und vieler weiterer Features wird solche Software auch von erfahrenen Buchhaltern genutzt. Wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen, oder auch, wie Eingangs beschrieben nur sich selbst ein Gehalt zahlen wollen, sollten Sie zumindest die kostenlose Testphase nutzen, die viele Hersteller anbieten – Sie werden feststellen, dass diese Software Ihre Lohnabrechnung erheblich erleichtert und verschnellert.

Zum Autor:

Robert Wood, ist gebürtiger Engländer, 56 Jahre, hat in Leeds Wirtschaft studiert und wohnt seit knapp 30 Jahren in der Nähe von Ansbach. Er hat lange als selbstständiger Steuerberater gearbeitet. Ab und an schreibt er Artikel für Selbstständige, da er die Probleme die auftreten können  aus eigener Erfahrung kennt.

Für Expertenbeiträge und deren Inhalte und Verlinkungen sind die Autoren selbst verantwortlich. 

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Veröffentlicht von

//hubertbaumann.com/

Unternehmensentwicklung / Business Development - Autor (Buch, Print, Online) - Systemische Beratung / Coaching - Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

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