Das Geheimnis funktionierender Teams (Expertenbeitrag Teil 2 von 3)

Wie aber sieht es in der Realität aus? Wie werden Teams zusammengestellt? Finden sich wirklich alle Rollen im Team wieder?

Natürlich gibt es auch diese Fälle, aber der Firmenalltag sieht hier oftmals ganz anders aus. Die Entscheidung, Teamarbeit zu forcieren beziehungsweise ein Projektteam zu bilden, wird sehr häufig von jetzt auf eben getroffen. Entsprechend kurzfristig werden die Teams zusammengestellt. Vom ersten Tag an sind diese dann mit der Erwartung konfrontiert, schnellstmöglich entsprechende Ergebnisse abliefern zu müssen.

Jedes Team durchläuft aber zunächst einmal einen längeren Prozess der Selbstfindung, bevor es voll leistungsfähig ist. Dieser Prozess gliedert sich nach dem amerikanischen Psychologen Bruce Tuckman dabei in vier Phasen. Später wurden diese Phasen noch um eine fünfte Phase, die Adjourning- beziehungsweise Auflösungs-Phase, ergänzt:

  1. Forming-Phase (Einstiegs- und Findungsphase)

In dieser Phase entsteht das Team. Die Mitglieder kommen mit bestimmten, teils unterschiedlichen Erwartungen und sind zuerst einmal auf der Suche nach ihrer Rolle innerhalb des Teams. Sie beschnuppern sich gegenseitig, und auf der Sachebene werden erste Informationen gesammelt bzw. gemeinsame Ziele formuliert.

  1. Storming-Phase (Auseinandersetzungs- und Streitphase)

Dies ist die entscheidende Phase der Teamentwicklung. Hier geht es darum, einen allgemeinen Grundkonsens zu finden. Teams, denen das nicht gelingt, werden zwangsläufig scheitern. Diese Phase ist geprägt durch das Kämpfen um Machtpositionen, was nicht selten dazu führt, dass eigene Meinungen konsequent vertreten und persönliche Differenzen der Teammitglieder untereinander deutlich werden. Hier werden sehr oft Verfahrensfragen gestellt, was sich darin äußert, dass die eingesetzten Methoden und gegebenenfalls auch die Teamleitung in Frage gestellt werden. Es erfolgen erste Abstimmungen über die Arbeitsorganisation; die Arbeitsleistung des Teams ist nach wie vor gering.

  1. Norming-Phase (Regelungs- und Übereinkommensphase)

Die einzelnen Teammitglieder haben ihre Rolle gefunden, Verhaltensnormen und Spielregeln werden aufgestellt und der Kampf um Positionen ist einem Wir-Gefühl gewichen. Erst jetzt beginnt die eigentliche Arbeit im Team. Gedanken, Daten und Ideen werden offen ausgetauscht und bewertet.

  1. Performing-Phase (Arbeits- und Leistungsphase)

Das Team orientiert sich an dem gemeinsamen Ziel. Zwischen den einzelnen Teammitgliedern herrscht eine positive Atmosphäre, die sich in Form von Anerkennung, Akzeptanz und Wertschätzung ausdrückt. Die Teammitglieder arbeiten erfolgreich zusammen, gehen offen miteinander um, kooperieren und helfen sich gegenseitig

In den ersten drei Phasen ist das Team also weitgehend mit sich selbst beschäftigt. Im Vergleich zur Einzelarbeit fallen während dieser Zeit die Arbeitsergebnisse ziemlich bescheiden aus. Teamarbeit wird von den Mitgliedern in diesen Phasen oftmals als zeitraubend und wenig effektiv erlebt. Aber auch die Unternehmensführung hat in diesem Zeitraum oftmals kein Verständnis dafür, dass die Erledigung der Aufgaben derart lange dauert. Dies alles birgt die Gefahr, dass sich einzelne Teammitglieder (gedanklich) aus der Teamarbeit verabschieden, bevor diese eigentlich richtig begonnen hat.

FAZIT:  Die Entwicklung eines Teams ist ein länger währender Prozess, der verschiedene voneinander abgrenzbare Phasen durchläuft, wobei jede dieser Phasen mit ganz besonderen Herausforderungen aufwartet. Nicht jedes Team erreicht automatisch höchste Effektivität, und jede Veränderung kann auch gut eingespielte Teams wieder in frühere Phasen zurückwerfen.

In diesem Gesamtprozess kann ein erfahrener Coach das Team sowie den Teamleiter unterstützen und somit dafür sorgen, dass das Team möglichst schnell effektiv wird und den für das Unternehmen besten Output erzielt. Das Geld für einen Coach ist hier also durchaus sinnvoll angelegt.

Im nächsten und letzten Teil der Trilogie zum Thema „Teambuilding“ werde ich auf die Team- bzw. Spielregeln eingehen. Also schauen Sie demnächst mal wieder hier vorbei.    🙂

Klaus Linten, Coach und Trainer, KleinostheimGastautor Klaus Linten ist Coach und Trainer für Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikation, Typologiencoaching und einiges mehr. Web: http://linten-coaching.de/

Den dritten Teil der Beitragsserie erhalten Sie in einer Woche an dieser Stelle. Also dranbleiben.

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Veröffentlicht von

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Unternehmensentwicklung / Business Development - Autor (Buch, Print, Online) - Systemische Beratung / Coaching - Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

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