Mit diesen 3 Tricks nutzt Du die Gruppendynamik der sozialen Netze für Deine Entscheidungsfindungen



Wenn einer nicht mehr weiter weiß,
dann gründet er ’nen Arbeitskreis.

Dieses Sprichwort machte früher in unserer Firma oft die Runde. Meist dann, wenn gerade – wieder einmal – der x-te Arbeitskreis zu irgendeinem Thema Was-weiß-ich-auch-immer entstanden war. Oder wenn ein Problem einfach nicht zu lösen war und man den Arbeitskreis brauchte, um diese Tatsache unwiderruflich zu bestätigen.

Das ist schon viele Jahre her.

Heute – im Zeitalter sozialer Netzwerke und virtueller Kontakt- und Freundeslisten – könnte man dieses Sprichwort durch zwei weitere Absätze ergänzen:

Wenn auch der Arbeitskreis versagt,
man Facebook nach der Lösung fragt.
Hat man ’nen großen Freundeskreis,
gibt’s sicher einen, der es weiß.

Und genau so ist es. Irgendeinen gibt es immer, der es weiß. Man muss ihn nur finden.




Und so funktioniert’s:

Tipp Nr. 1 – Schwarmintelligenz und Gruppendynamiken richtig nutzen!

Ich nutze häufig diese Schwarmintelligenz. Meist dann, wenn ich beispielsweise einen Lösungsansatz habe und nicht weiterkomme, oder verschiedene Varianten zur Auswahl habe, und ich mir nicht sicher bin, welches wohl die Bessere ist. „Was gefällt euch besser? Variante A oder Variante B?“ … lautet dann die Frage in den sozialen Netzwerken. Kommentare dazu gibt es immer. Und wenn man gut „zuhört“ und die Gruppendynamik nutzt, gewinnt man eine interessante Erkenntnis: Das Ergebnis lautet nach dieser Umfrage nämlich meist nicht A oder B, sondern es ist entweder eine abgewandelte Version von A oder B, oder sogar eine ganz neue Variante C.

Tipp Nr 2 – Auf die richtige Vorgehensweise achten! Diskussion nicht abwürgen!

  1. Nutze Deine eigene Chronik oder suche Dir eine passende Gruppe, in die Deine Fragestellung passt. Die Entscheidung wo Du Deine Frage einstellst, hat einen direkten Einfluss auf das Ergebnis. Suchst Du die Lösung für ein fachliches Problem, dann wirst Du eine Plattform wählen, auf der sich viele Experten aus dem Fachgebiet bewegen. Willst Du mit Deiner Frage Deine Zielgruppe ansprechen, dann wird wahrscheinlich Deine eigene Chronik oder Deine Facebook-Seite die bessere Wahl sein.
  2. Stelle Deine Frage mit einer kurzen und knappen Beschreibung. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Es sorgt für bessere Sichtbarkeit und hilft den Lesern, sich etwas vorstellen zu können.
  3. Warte ab !!! Bei einem größeren Freundeskreis kommen die ersten Kommentare meist schon nach wenigen Minuten.
  4. STOPP !!!! Nicht gleich antworten. Nur „zuhören“ und mitlesen. Nur im äußersten Notfall eingreifen – z. B. wenn eine Rückfrage direkt an Dich kommt. Dieses „Zuhören“ und nicht eingreifen ist definitiv der schwierigste Teil der Übung. Wen jucken da nicht gleich die Finger, sich auf einen Kommentar verteidigen zu wollen? Wer gleich mit einem eigenen Kommentar erwidert oder sich gar versucht zu rechtfertigen, würgt die Diskussion ab.
  5. Kommt keine Lösung? Nein? Oder vielleicht nur nicht die, die Du hören wolltest? Das ist bitter! Aber ganz sicher ist irgendeine Informationen dabei, die Dir hilft, selbst „auf den Trichter“ zu kommen. Aber irgendetwas kommt in der Regel immer. 🙂
  6. Wie sagt man? „Danke“ sagt man! …. haben wir als Kinder schon gelernt. 🙂 Also auch hier nicht vergessen! Sind genügend Kommentare eingegangen, bedanke Dich für die konstruktive Diskussion. Du kannst natürlich auch erwähnen, wie Deine Entscheidung nun ausgefallen ist und welche nächsten Schritte geplant sind.

Tipp Nr. 3 – Löse Dich von 3 Ängsten. Ich meine damit z. B.:

  1. Der Angst „blöde“ Kommentare zu erhalten. Natürlich wird es auch unqualifizierte Kommentare geben. Doch in der Regel disqualifizieren sich die Schreiber durch ihren Kommentar selbst, oder werden von anderen Kommentatoren disqualifiziert. Und überdies bekommt man dumme Antworten meist nur dann, wenn man selbst dumm gefragt hat. 🙂
  2. Der Angst mit einer Frage Schwäche zuzugeben. Denn ist ganz und gar nichts Schlimmes, jemanden um Rat zu fragen. Vorausgesetzt man geht richtig damit um.
  3. Der Angst, Kritik zu bekommen. Jede Meinung zählt und oftmals haben andere eine ganz andere Sicht auf etwas als Du selbst. Ob Du diese Meinung dann in Deine Entscheidung mit einfließen lässt, bleibt ja Dir überlassen.

Hast Du diese Ängste erst einmal überwunden, wirst Du mit einem gesicherten Ergebnis belohnt, das nicht nur von Dir, sondern von Deinem ganzen Netzwerk getragen wird. Und es macht süchtig. Süchtig weiterzumachen und beim nächsten Mal wieder einen ähnlichen Weg für Deine Entscheidungsfindung einzuschlagen.

Doch Vorsicht: Nicht überfordern oder den Eindruck des Ausnutzens vermitteln. Und Networking beruht immer auf Gegenseitigkeit. Also ruhig auch mal auf ähnliche Anfragen anderer ein Statement dazu geben. Nur so kommt auch mal wieder was zurück.




Bei meiner Visitenkarten-Umfrage ist übrigens das hier herausgekommen:

Text kurzer und knapper. Mein etwas grimmiger Blick und die Geste mit dem Zeigefinger sorgte für etwas Diskussionsstoff. Aber es ist wie immer im Leben: Man kann es eben nicht jedem Recht machen. Gerade wenn gegensätzliche Rückmeldungen kommen, ist das ein Problem. Und versucht man dies doch, ist am Ende keiner zufrieden. Und im Ergebnis trägst Du alleine die Verantwortung für Dein Handeln und Dein Tun.

P.S.: Mein Logo ist übrigens auf ähnliche Weise entstanden und es wird immer wieder gelobt.

Neugierig? Probier’s einfach aus und schreib mir Deine Erfahrung unten ins Kommentarfeld.

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Veröffentlicht von

//hubertbaumann.com/

Unternehmensentwicklung / Business Development – Autor (Buch, Print, Online) – Systemische Beratung / Coaching – Haibach / Aschaffenburg, Wien, Österreich.

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